Ernährung

Da in unserer Familie sehr gerne und gut gegessen wird, tat uns unsere Luna als Junghund irgendwann leid, wenn sie in drei Minuten ihre Portion Trockenfutter aufgefressen hatte und uns dann immer noch so gefräßig wie vorher anschaute.

Nach einigen Recherchen zum Thema Hundefutter stieß ich auf die Internetseite  "GesundeHunde", wo sehr ausführlich die Fütterung mit rohem Fleisch (und Fisch) und Obst/Gemüse, Öl, evt. auch Getreide, beschrieben wird. Das Ganze heißt dann "Barf" (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter).

 

Es wird ein Futterplan jeweils für eine Woche erstellt, indem man davon ausgeht, dass ein erwachsener Hund etwa 2 % (bis 4 % bei regelmäßiger Hütearbeit oder Leistungssport) seines (optimalen!) Körpergewichts pro Tag essen sollte. Diesen Wert (z.B. bei 20 kg Border Collie 400g ) multipliziert man mit 7 Wochentagen (2800g). Davon sollten 80 % tierische und 20 % pflanzliche Nahrungsmittel sein.

Die tierischen Nahrungsmittel (2240 g) sollten zu 50 % (1120g) aus Muskelfleisch, zu 20 % aus Pansen oder Blättermagen (ca 450g), zu 15 % aus Innereien (ca340g) und zu 15 % aus rohen fleischigen Knochen, z.B. Hähnchenhälsen (ca 340 g) bestehen.

Die pflanzlichen Nahrungsmittel (560g) bestehen zu 75 % aus Gemüse (420g) und zu 25 % aus Obst (140g). Und werden feinpüriert zum Futter gegeben. Diese Gesamtmengen verteilt man nun wieder auf die Woche, idealerweise auf zwei Mahlzeiten pro Tag, man kann auch jeweils einen Fastentag pro Woche einplanen.

Wichtig ist ein gutes Öl, wer möchte kann das Futter mit Nahrungszusätzen ergänzen (z. B. Grünlippmuschel bei Gelenkerkrankungen)

Welche Nahrungsmittel sich jeweils eignen kann man auf den entsprechenden Internetseiten oder in Büchern zum Thema nachlesen, so gibt es ausführliche Listen, welche Kräuter man Hunden füttern kann...

Das sollte man auch wirklich nachlesen, denn es gibt Nahrungsmittel, die Hunden gefährlich werden können, z.B. Avocados. Auf Schweinefleisch wird wegen der Infektionsgefahr durch das Aujeszky-Virus verzichtet.

 

Da mir das Prinzip einleuchtete ("wir basteln uns ein Beutetier") stellte ich das Futter entsprechend um und bin bis heute sehr zufrieden. Die Hunde haben Spaß, nehmen nicht so viele Kohlenhydrate zu sich und sind daher weder zu dick noch zu aufgedreht, sie sind gesund, haben ein schönes Fell - und teurer als gutes Trockenfutter ist die Sache auch nicht. Im Gegenteil, wenn es erwähnenswert ist, dass die Hundefuttermarke XY 30 % Fleisch enthält, frage ich mich, was denn die restlichen 70 % des Futters sind?

Lustig finde ich, wie gerne die Hunde Obst essen, sie pflücken sogar Brombeeren und betteln um Wassermelonen! Auch um Mandarinen werden wir "gebeten", obwohl ich den beiden schon so oft erzählt habe, dass Hunde keine Citrusfrüchte mögen....Beeidruckend ist immer auch das erste rohe Ei - das wird ganz vorsichtig im Fang zu einem sicheren Ort getragen, ein bischen hin und her gerollt und dann sorgfältig angepiekst und ausgeschlabbert (als hätte jemand dem Hund vorher verraten, wie es geht....).

 

Für uns ist Hundefutter kein Grund für große Diskussionen, (es sei denn, es wäre zu einseitig, wie "Reste vom Tisch"). Unsere Welpen lernen verschiedenes Futter - auch Trocken- und Nassfutter - kennen, damit die zukünftigen Besitzer keine Probleme bei der Akzeptanz des Futters haben. Möchte jemand weiter "barfen" erstelle ich gerne einen individuellen Futterplan für die Aufzucht des Welpen.